Warum werden wir Talententwickler (Teil 2)

So ganz anders als Chris. Oder doch nicht? Lest selbst wie Elisa die Frage für sich beantwortet hat.  (Foto: © Sebastian Wiertz)

Beginnen tut die Antwort auf die Frage „Warum werde ich Talententwickler“ wie jede gute Story: Umbrüche im Leben, große Veränderungen – der Klassiker für den Beginn von etwas Neuem. 2014 von Berlin zurück nach Hannover,  mit sehr gemischten Gefühlen, mit einem kleinen Kind, mit einer großen Furcht vor Stillstand und Starre im Gepäck – das war ich. In den Jahren davor habe ich an einem der spannendsten Orte Berlins, im Social Impact Lab, mit kreativen, idealistischen und teils unerschrockenen Social Entrepreneurs, ganz zu schweigen von meinen tollen Kollegen, gearbeitet und wahnsinnig viel gelernt, erfahren und entwickeln können. Es ging um bessere Rahmenbedingungen für sogenannte Changemaker, um Finanzierungsfragen, um Co-Working, Co-Creation, Inspiration…. Leidenschaftliches Weltverbessern als Hauptjob sozusagen. Und nun: Hannover.

Ist Hannover nicht diese etwas eingeschlafene, nicht wirklich aufregende Provinzstadt mit der Computermesse?

Würde ich so etwas wieder in diesem Hannover finden können? Als Akademikerin liegt mir daran, ein Urteil zunächst zu überprüfen, bevor ich es harsch in die Welt setze. Was in diesem Fall bedeutete: Ich musste schauen, was passiert in Hannover? Was treibt die Menschen hier an, was treibt sie um? Was gibt es, wen gibt es, wo passiert etwas? Und… wenn ich mich schon beklagen wollte, wenn es DEN Treffpunkt oder DIE Anlaufstelle noch nicht gab, lag es dann nicht auch mir, so etwas zu schaffen, wenn ich es denn so gerne wieder leben würde? Der Akademiker von heute kann sich nicht frei machen von den Neuerungen dieser Zeit, und so startete die Suche, wie man heute so Suchen startet: Ich googelte. Und fand Chris. In einem Forum zum Stadtdialog Hannover 2030, wo er vermutlich der Einzige war, der sich dort beteiligte. Er stellte die richtige Frage („Suche Leute, die was zum Thema Social Entrepreneurship machen/wollen?“) und so fing alles an.

Neugierig bleiben. Hungrig bleiben.

Talententwickler werde ich nicht für den Fame, die Macht oder das große Geld.  Ganz ehrlich, ich werde Talententwickler, weil ich es mag von Menschen zu lernen, Menschen zu begeistern und vor allem mit Leidenschaft bei einer Sache zu sein. Weil ich das Leben selbst als Unternehmung, als Reise verstehe. Wir können wachsen, wir können uns stetig verändern, und zumindest hier, in Deutschland, diesem privilegierten Land, können wir weitgehend gestalten, wer und wie wir sein wollen. Doch dazu gehört jedoch auch viel Kraft, viel Mut, viel Auseinandersetzung mit sich selbst, mit seinen Talenten, mit den eigenen Werten, mit der Umwelt,  mit dem System, mit Möglichkeiten.Als Talententwickler möchte ich entdecken und weitergeben, wie diese Reise starten und wie sie gestaltet werden kann. Das Ziel? Der Weg ist das Ziel.

Steve Jobs hatte Recht, wenn er sagte „Bleibt hungrig“, aber nicht gemünzt auf ein Streben nach wirtschaftlicher Macht, sondern auf das Leben an sich. „Bleibt hungrig“ – geht sehenden Auges durch die Welt, entdeckt was, euch umtreibt, was euch zufrieden macht (Glück wird heute sehr überstrapaziert, „Zufriedenheit“ ist das Zauberwort). Menschen, die nicht nur Probleme sehen, sondern Lösungen suchen, die sich begeistern und daran glauben, selbst Teil einer Lösung sein zu können, die bereit sind Verantwortung zu übernehmen und die damit beginnen Veränderung anzustoßen – das interessiert mich.  Wie wecke ich diese Kräfte? Wie wecke ich bei Menschen die Fähigkeit Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst, vl. auch für andere? Empowerment für große und kleine Menschen – Ausgang ungewiss, die Antworten sind nicht vorgebeben. Das ist Talente entwickeln. Viele Menschen könnten mehr als es heute gewollt und gefördert wird. Ich habe keine Lust auf eine uninspirierte Welt, ich mag es zu lernen und Neues zu erfahren. Ich glaube – wie bei jedem Feuer – am Anfang muss ein Funke stehen.

Wie bei jedem Feuer – am Anfang muss ein Funke stehen.

…deshalb werde ich Talententwickler.

 

Und deshalb in Kürze hier auch mehr: Zum Gap Year für Schüler, unserem ersten umfassenden Programm, zur Entdeckung eigener Talente. Stay tuned.

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